75 Jahre Halde in Wehofen

NRZ Lokalausgabe, 22. Mai 2010

Die Halde hat Geburtstag: am 16. Mai 1935 stellte der Dinslakener Stadtgeometer Ernst vom Bauamt fest, dass zwischen Wehofer, Süd- und Landwehrstraße ein Damm aufgeschüttet worden war. Man vermutete, hier solle die Werksbahn verlaufen. Erst auf Drängen der Verwaltung Dinslakens bequemte sich der damalige Grundstückseigentümer, die Vereinigten Stahlwerke VSAG nicht, zu antworten.

Die Antwort kam von der Gelsenkirchener Bergbau AG, Gruppe Hamborn. Man teilte einfach mit, man werde hier Bergematerial auffüllen. Eine Genehmigung hatte die Zeche nicht und bekam sie auch nicht. Dinslaken war von Anfang an gegen die Halde, weil man die Staubabwehungen fürchtete. Aber die Beschwerden beim Landrat blieben ergebnislos. 1953 kam dann auch gegen den Willen der Dinslakener die Erlaubnis, die Halde Wehofen Ost aufzuschütten. Einsprüche führten zu nichts. Man war sauer, weil „Dinslaken schon durch die Verlegung der Emscher wertvolles Land opfern musste und zudem die Halde Wehofen vornehmlich der Lagerung von Abraum aus Zechen diene, die in anderen Gemeinden gelegen sind“.

Das war aber nur möglich, weil die Halden dem Bergrecht unterworfen waren. Deshalb brauchten sich die Bergbehörden nicht um Einwände von Städten und Gemeinden zu kümmern.

Die BIGG, eine Dinslakener Bürgerinitiative, bekämpft derzeit die Erweiterungspläne von TKSE, die eine weitere Halde plant. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte sich allerdings im August 2009 auf den Standpunkt, der Ort sei günstig, weil er dicht am Ort der Entstehung (das Hüttenwerk) liege und ein anderer Standort der betroffenen Bevölkerung noch weniger zu vermitteln sei als der jetzt geplante. GK

ErwEiterung soll weitergehen