Das Problem mit der Ursachenforschung

KLARTEXT Umzingelt von „Bestäubern”

Am Ende will es wieder keiner gewesen sein. So ist es auch beim Feinstaub. Die möglichen Quellen dieser unsichtbaren Umweltbelastung in Dinslaken und Umgebung sind leicht benannt: Thyssen und die Steag-Kraftwerke. Aber wer wirklich so viel Staub aufwirbelt, dass wir hier zur Schmuddel-Spitzengruppe im Lande gehören, dürfte schwer zu ermitteln sein.

Dinslaken ist umzingelt von „Bestäubern”: (von Ost nach West) die Lohberger Zechenhalden, die entfernteren Kraftwerke in Scholven, die Holtener Ruhrchemie, die Wehofener TKS-Halden, die Hochöfen und andere TKS-Anlagen, das Kraftwerk Walsum, weitere Kraftwerke und Fabriken in Duisburg und Krefeld, die Müllverbrennungsanlage Asdonkshof, das Kraftwerk der Solvay in Rheinberg (ein weiteres kommt hinzu) und vor allem der Stromfabrik-Komplex in Voerde. Hinzu rechnen kann man den dieselbetriebenen Schiffsverkehr auf dem Rhein, die Energieerzeugung der heimischen Stadtwerke, die Industriebetriebe an der Thyssenstraße, die Bahnlinie mitten durchs Stadtgebiet und schließlich den innerstädtischen Straßenverkehr.

Man darf gespannt sein, welchen „Staub-Cocktail” uns die Gutachter des Landesumweltamtes demnächst servieren werden. Klar ist jetzt schon, wer ihn bezahlen und auslöffeln darf: wir alle. HEINZ INGENSIEP h.ingensiep@nrz.de
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