Die Halde als Herausforderung

NRZ Lokalausgabe, 26. Januar 2012, Heinz Ingensiep

Der „Runde Tisch“ zur Deponieerweiterung Wehofen will eine möglichst breite Beteiligung. EinGespräch mit der „Bigg“ ist geplant.

Jeder Dialog, der nicht genutzt werde, sei eine vertane Chance. Das sagt der Mann, der angetreten ist
mitzuhelfen, Licht ins Thema „Deponie Wehofen“ zu bringen: der evangelische Pfarrer i. R. Ronny
Schneider. „Dazu brauchen wir eine ganz breite Öffentlichkeit in der Sache“, findet Schneider, der die
Herausforderung als Moderator beim ersten von der SPD Mitte initiierten Treffen am Montag im
Tribünenhaus der Trabrennbahn angenommen hat.


Am wichtigsten sei im Moment, die Bürgerinitiative gegen Giftmüll („Bigg“) zum Mitmachen zu bewegen.
Das sei am Montag einhelliger Wunsch der Anwesenden gewesen, so Schneider, dem eine weitere
Person (möglichst eine Frau) an die Seite gestellt werden soll.


An dem Treffen nahmen neben Vertretern der SPD-Mitte auch PolitikerInnen von Bündnis 90/Die Grünen
und der Fraktion Die Linke teil. Zudem waren Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Stadtplaner Karl-Heinz
Rudorf und zwei Umwelt-Experten der Thyssen-Krupp Steel Europe AG (TKS) dabei. TKS will die
 Wehofener Haldenlandschaft bekanntlich um einen dritten Bauabschnitt erweitern.


Erste große Versammlung ist für 27. Februar geplant


Die „Bigg“ hatte abgesagt, unter anderem weil sie das von der SPD vorgeschlagene moderierte Verfahren
für „Wahlkampf“ hält. Auch die anderen Ratsfraktionen, allen voran die CDU, fehlten am Montag. Gerade
auf die Bürgerinitiative im Averbruch wollen Schneider und Bürgermeister Heidinger jetzt gezielt zugehen.
Ansonsten sei der geplante „Runder Tisch“ generell auf Zustimmung gestoßen, erklärt Schneider. Der
Bürgermeister habe darauf hingewiesen, dass ein solches Verfahren sowohl für die Bürger als auch für
TKS nur von Vorteil sein könne.


Da die Zeit drängt, bis das Planfeststellungsverfahren beginnt (eventuell noch 2012), soll es eine erste
große Versammlung am Montag, 27. Februar, 18 bis 21 Uhr, geben; der Ort stehe noch nicht fest, sei von
der Teilnehmerzahl abhängig, so Schneider.


Dazu werde man alle einladen, besonders die, die am Montag gefehlt hätten. Außerdem will man laut
Schneider 100 Dinslakener Bürger beteiligen, ausgewählt nach einem statistischen Schlüssel.
Denn: „Hier geht es nicht um eine Partei- und Wahlkampfveranstaltung, sondern um die Lebensgrundlagen
aller Dinslakener.“ Jedem Teilnehmer will Schneider Rede- und Fragerecht einräumen. Vorher müsse aber
das Planvorhaben von TKS noch einmal in allen Details präsentiert werden. Dann werde man die Planung
in Themenkomplexe gliedern und Fragerunden dazu bilden. „Wir wollen nicht nur wissen, was auf uns
zukommt, sondern auch, was die bestehenden Halden enthalten“, gaben Schneider und auch Gerd
Baßfeld (Die Linke) die Richtung vor.


Die Bürgerinitiative gegen Giftmüll (Bigg) hat für Mittwoch, 2. Februar, 19 Uhr, zur
Jahreshauptversammlung in den Theatertreff der Kathrin-Türks-Halle eingeladen. Dort will man auch
über das weitere Vorgehen in Sachen „Runder Tisch“ sprechen, heißt es.