Fragwürdige Vorbereitung

NRZ Lokalausgabe

Als Averbrucher Bürger verfolge ich seit Jahren die Diskussion/Berichterstattung über die Giftmülldeponie Wehofen.Es war nicht verwunderlich, dass gerade die Dinslakener SPD als traditionell industrienahe Partei zu einem Auftaktgespräch am 24.01.12 eingeladen hat. Nun berichtet die NRZ am 15.02.12, dass eine “Vorbereitungsgruppe” bestehend aus Vertretern der Stadt Dinslaken, von ThyssenKrupp Steel und den Ratsfraktionen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke in der Sitzung am 24.01.12 den “Dialog zur Deponieerweiterung in Form eines moderierten Verfahrens am RundenTisch mit größtmöglicher Bürgerbeteiligung” beschlossen hat. Da die Averbrucher Bürgerinitiative gegen Giftmüll, CDU, FDP, UBV, AWG, Offensive D und die fraktionslosen Ex-Grünen der Einladung der SPD – aus welchen Gründen auch immer – nicht folgten, waren sie an diesem Beschluß nicht beteiligt. Frage: Woher nimmt eine derart nicht repräsentative “Vorbereitungsgruppe” das Recht Beschlüsse zu fassen? Ein Schlag ins Gesicht für alle nichtbeteiligten Interessenvertretungen. Eine Vorgehensweise, die die Motivation dieser Interessenvertretungen an kommenden Runden Tischen teilzunehmen sicherlich nicht erhöhen wird.Besonders verwerflich an dieser Stelle: Bündnis 90/Die Grünen als Umweltschutzpartei (!?) beteiligt sich an einer solchen “Beschlussfassung”, die mittelfristig sicherlich nicht dem Umweltschutz und nicht der Gesundheit der Dinslakener Bürger/innen dienen wird.Um den Anschein der Bürgerbeteiligung zu wahren, hat die “Vorbereitungsgruppe” entschieden nun 100 statistisch ausgewählte Dinslakener/innen zum nächsten Runden Tisch am 27.02.12 einzuladen. Folgende provokante Frage sei erlaubt: Interessieren sich die Lohberger/innen und Eppinghovener/innen für eine Deponieerweiterung im Averbruch? Sinnvoller und zielführender wäre es nur Averbrucher und Hiesfelder Bürger/innen einzuladen, die von den Auswirkungen/Immissionen der Giftmülldeponie tatsächlich unmittelbar betroffen sind.Sichern tatsächlich alle diese Maßnahmen die Grundlage für akzeptable und tragfähige Ergebnisse im Sinne der betroffenen Bürger/innen im Averbruch und in Hiesfeld? Nun ist das Moderationsgeschick von Herrn Ronny Schneider gefragt, der sich hoffentlich nicht vor den Karren der Industrie und parteitaktischer Spielereien spannen lässt. 

Klaus Winter, Dinslaken