Lebensqualität im Blick

NRZ Lokalausgabe, 13. Januar 2009

DINSLAKEN. Das Bauschild an der Otto-Brenner-Straße weist bereits darauf hin, dass im Averbruch künftig weitere Familien ihr Zuhause finden sollen. Und eigentlich gibt es daran auch kaum etwas auszusetzen: Herzlich willkommen. Dabei könnte es denen, die ihre neue Heimat im Averbruch suchen oder (gefunden haben), bald richtig stinken: Hohe Feinstaubwerte, ein neues Kraftwerk und die geplante Halden-Erweiterung sind nicht unbedingt Schlagworte, die für Lebensqualität stehen.

Mit einem gemeinsamen Antrag wollen nun CDU und Bündnis-Grüne den Wohn- und Freizeizwert langfristig erhöhen. Die Parteien wollen erreichen, dass die so genannte Bauleitplanung, die im Rahmen der Emscher-Renaturierung zwar durchgeführt werden soll, aber noch einige Jahre auf sich warten ließe, schneller angegangen wird.

Nach Lohberg auf andere Stadtteile schauen

Dabei geht es darum, die verkehrlichen und baulichen Rahmenbedingungen für den Averbruch festzulegen, Strukturen zu schaffen. Es soll besonderes Augenmerk auf die Erhöhung des Wohnwertes innerhalb des Stadtteils gelegt werden, außerdem sind Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten wichtige Faktoren. Das klingt noch alles ziemlich theoretisch, soll dann im Laufe der Planung Form bekommen und für die Anwohner greifbar werden.

CDU und Bündnis-Grüne sehen in der neuen Planung für den Averbruch die Möglichkeit, Dinslakener Stadtteile neu zu entwickeln. Habe man in den letzten Jahren verstärkt auf Lohberg geschaut, sollen nun sukzessive die anderen Stadtteile hinsichtlich ihres Entwicklungsbedarfes unter die Lupe genommen werden. Der Averbruch ist besonders durch Feinstaubemissionen belastet. „Hinzu kommt, dass das Kohlekraftwerk in Walsum nicht nur optisch eine Herausforderung darstellt, sondern auch die Belastungen im Averbruch erhöht, wenn es erstmal in Betrieb genommen wird”, so CDU und Grüne in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Hinzu kommt, dass ThyssenKrupp die Erweiterung der Halde Wehofen-Nord plant. Das zeigt: Die Betrachtung der Lage im Averbruch hört an der Stadtgrenze nicht auf.

CDU und Bündnis-Grüne wollen den Antrag in die nächste Beratungsfolge für den Rat einbringen. (kub)