„Luftplan” ab September

NRZ Lokalausgabe, 09. Dezember 2008, Heinz Ingensiep

DINSLAKEN. Mit 44 Überschreitungstagen auf dem Feinstaub-Konto ist zumindest eines klar: „Wir haben eine gesetzliche Verpflichtung, einen Luftreinhalteplan aufzustellen”, so Gerhard Kaltwasser, zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung Düsseldorf, gestern im Ausschuss für Planung und Umwelt. Weniger klar ist weiterhin, woher im einzelnen die hohen Werte genau kommen. Der Verkehr auf der Wilhelm-Lantermann-Straße ist offenbar nur die Spitze des unsichtbaren Übels.

Inzwischen hat sich die Behörde mit der Stadt auf einen Zeitplan verständigt. Demnach soll bis April 2009 der Entwurf des „Luftplanes” fertig sein. Dazu fehlt vor allem noch ein detailliertes Luftqualitätsgutachten des Landesumweltamtes (Lanuv); das soll bis März vorliegen.

„Bei den Ermittlungen noch am Anfang”

In einer Projektgruppen-Sitzung im Juni 2009 werden etliche Entscheider aus Verwaltung, Wirtschaft, der Polizei und so weiter mit dem Entwurf konfrontiert. Danach wird er veröffentlicht, damit Betroffene Bedenken und Anregungen vorbringen können. „Angepeilt ist, dass der Luftreinhalteplan für Dinslaken etwa im September 2009 in Kraft treten kann”, so Kaltwasser.

Um die potenziellen Hauptverursacher des Feinstaubs zu ermitteln, regte Stefan Buchmann, CDU-Sprecher im Umweltausschuss, an, konkrete Messungen vorzunehmen. Der Vertreter der Bezirksregierung verwies dabei auf die weiteren Bemühungen des Lanuv. Allerdings habe man bei manchen Emittenden wie Schifffahrt oder Bahn keine rechtliche Handhabe einzugreifen. Aber zum Beispiel die Industrie- und Kraftwerksanlagen, auch den Neubau in Walsum, habe man schon im Blick. Die seien meist für den Grundstock der Fein-staubbelastung verantwortlich. „Wir sind bei unseren Ermittlungen aber noch am Anfang”, gestand Kaltwasser. (ingens)