Mittel gegen den Feinstaub

NRZ Lokalausgabe, 07. Januar 2009

BRIEF AN DIE REDAKTION

Zu den Feinstaubwerten in Dinslaken schreibt Josef A. Besseling, Vorsitzender des „Niederrheinischen Vereins für Umwelt und Energie”:

Noch nie hat in den letzten Jahrzehnten ein neues Jahr mit so extrem hohen Grenzwertüberschreitungen bei den Feinstäuben begonnen wie 2009. Sie lagen in Dinslaken am ersten Tag des Jahres um 20 Uhr um den Faktor 2,9 über dem zulässigen Grenzwert. Insgesamt gesehen hat sich die Anzahl der Tage mit Grenzwertüberscheitungen auf über 50 aufsummiert. Sie haben steigende Tendenz. So liegt Dinslaken weit über die Anzahl der jährlich zulässigen Grenzwert-überschreitungen.

Wie vorläufige Analysen der Beiträge diverser Verursacher zeigen, fallen sie zu einem erheblichen Teil aus den Driften aus, die aus der Richtung kom-men, wo das Evonik Kohlekraftwerk Walsum steht.


Ebenso geht auch an etlichen Tagen die Drift der Feinstäube aus der Rauchgasfahne des Kohlekraftwerkes Voerde mit 1,5 fachen Grenzwertüberschreitungen in die Messergebnisse ein.

Zum Jahreswechsel stellten sich bei Frost und eisiger Kälte in den Nächten an allen Messstationen im ganzen Land Grenzwertüberschreitungen ein, die den zulässigen Grenzwert um den doppelten bis vierfachen Betrag überschreiten. Diese kamen hauptsächlich aus den Kleinfeuerungsanlagen für die Heizungen, die mit Brikett, Holz, Kohle und anderen unsauberen Brennstoffen betrieben werden.

Daran zeigt sich, dass zurzeit bei den Kraftwerksbetreibern wie auch bei den Feuerungsanlagen für die Heizungen die Entwicklung des Umwelt-schutzes in die verkehrte Richtung geht. Für die Erstellung von Luftreinehalteplänen ist daraus konsequent eine Kehrtwende zu vollziehen.

Das bedeutet für saubere Luft in Dinslaken und Umgebung, dass eine Teilkapazität des Kohlekraftwerkes Voerde stillzulegen ist. Dazu sind die alten Blöcke, für die die ursprüngliche Genehmigung bereits ausgelaufen ist, auf der Basis der Gas/Wasserstofftechnologie durch Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung in der Industrie zu ersetzen.

Ebenso sind auch die Erneuerungen am Kraftwerk Walsum dem Gebietsentwicklungsplan wie auch den Beschlüssen des Europäischen Parlamentes entsprechend mit einer effizienten Kraft-Wärme-Kopplung für die nebenan stehenden Industriebetriebe sowie für die Fernwärmeversorgung auf der Basis von Gas und der Gas-/Wasserstofftechnologie einzurichten.

Zur Bereitstellung der Wärme für die Heizungen sind die Erwärmenutzung, der Wärmepumpenbetrieb, die Fernwärmeversorgungen aus industrieller Abwärmenutzung und aus Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit Gaskombikraftwerken auf der Basis der Gas-/Wasserstofftechnologie weiter auszubauen. Das bringt den Schutz des Lebens auf der Erde und den der Erdatmosphäre voran.