Stellungnahme der BIGG zum Ausbau der Deponie Averbruch/Wehofen-Nord

Die Bürgerinitiative gegen Giftmüll e.V. (BIGG) lehnt die Erweiterungspläne der ThyssenKrupp Steel weiterhin ab.

Mit den nun ausgelegten Antragsunterlagen bestätigen sich die Befürchtungen der Bürgerinitiative gegen Giftmüll (BIGG), dass bei Genehmigung des Ausbaus des dritten Teilabschnitts nahe der nächsten Wohnbebauung die Gesundheit und Lebensqualität der Anwohner des Averbruch, von Barmingholten und Teilen von Hiesfeld erheblich beeinträchtigt werden und der Schutz der Menschen sowie der heimischen Flora und Fauna nicht gewährleistet ist.

Durch bis zu 400 LKW-Fahrten täglich montags bis samstags und die Arbeitsmaschinen auf der Deponie sind starke Lärm- und Lichtemissionen zu erwarten, sowie Gefährdungen durch Feinstaub und Grundwasserverschmutzung aufgrund der abgelagerten Stoffe. Wo schon „Dreck“ ist, kann ruhig noch viel mehr abgekipppt werden?

Die Einrichtung einer Deponie am Rand einer Umweltzone in der Nähe von Wohngebieten (mit Neubauten) und einer zur Renaturierung vorgesehenen Emscher klingt wie ein schlechter Witz, der jeder nachhaltigen Politik widerspricht.

Die von ThyssenKrupp Steel am runden Tisch verheißenen „grünen Berge am Niederrhein“, die in 30 Jahren entstanden sein sollen, werden kein Erholungsgebiet sein, sondern dünn begrünte Abfallberge bleiben. Wie’s darunter aussieht, geht niemanden etwas an?

Die BIGG befürchtet, dass die nun beantragte Deponieklasse I nur der erste Schritt ist, um später ohne erforderliche Bürgerbeteiligung höhere Deponieklassen beantragen zu können. Auch die Monodeponie des zweiten Bauabschnitts (für die Anwohner des Averbruch am weitesten entfernt) war ursprünglich nur als Deponieklasse I beantragt.

Die BIGG zweifelt am Eigenbedarf von TKS für diese Deponie. Für die Produktionsabfälle der deutschen Standorte eines Konzerns, der ein „ZERO WASTE-Konzepte“ propagiert, ist in NRW ausreichend Deponiefläche vorhanden. Weitere Standorte sind in der Nähe geplant oder in Bau. Es ist zu befürchten, dass zu Lasten von Anwohnern und Natur auf der Deponie Averbruch mit „Mülltourismus“ aus ganz Europa Geld verdient werden soll.

Die BIGG steht für Anfrage von betroffenen Bürgern auch zum Einwendungsverfahren zur Verfügung.