Straßenverkehr ist nicht das einzige Problem

NRZ Lokalausgabe, 02. August 2008

IM BLICKPUNKT

DINSLAKEN. Die erhöhten Feinstaubwerte, die von der Messstation an der Wilhelm-Lantermann-Straße aufgezeichnet werden (die NRZ berichtete), könnten nicht nur vom Straßenverkehr kommen, meint Bernd Rohde (SPD). Dieser sei zwar temporär recht hoch, aber die Feinstaubwerte stiegen ja auch in den Abend- und Nachtstunden. Dass der Feinstaub der vielen Fahrzeuge so lange in der Luft sei und sich bis in die Nacht absenke, bezweifelt Rohde. „Naheliegend ist vielmehr ein Eintrag aus der Umgebungsluft, etwa von der Kraftwerksanlage, dem Stahlwerk oder der Kokerei”, so der SPD-Ratsherr.

Das ließe sich auch physikalisch erklären. Tagsüber sorge die vorhandene Thermik dafür, dass Feinstäube, die durch Betriebe in der Nachbarschaft entstünden, hoch aufsteigen und sich besser verteilen können. In den Abendstunden aber sinkt die Thermik mit der Temperatur. Die Folge: Die Feinstäube können nicht so hoch aufsteigen und sich verteilen, sondern schlagen in der näheren Umgebung konzentrierter nieder. Gegen eine alleinige Verantwortlichkeit des Straßenverkehrs sprechen laut Rohde auch die Stickoxidwerte, die üblicherweise Verbrennung (etwa von Automotoren) nachweisen. Diese Werte seien in Dinslaken aber vergleichsweise niedrig.

Eine Regelung der Verkehre könnte demnach laut Rohde nicht dazu führen, die Fein-staubbelastung in den Griff zu bekommen. Dazu sei eine ganzheitlichere Sicht der Dinge notwendig, Rauchgasfahnen der Karftwerksblöcke sowie die Stahl- und Kohle verarbeitenden Betriebe in den Nachbarkommunen.

In der Diskussion um die Feinstaubwerte erinnert Rohde daran, dass es die SPD war, die in einer Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses beantragt hatte, die Situation in Dinslaken genauer untersuchen zu lassen. Es sei nicht zutreffend, dass die Stadtverwaltung initiativ tätig geworden sei. (kub) Bernd Rohde (SPD)