Umwelt : Stickstoff-Werte erzwingen Luftplan

NRZ Lokalausgabe, 10. Juni 2010, Heinz Ingensiep

Dinslaken. Auch wenn sich die Feinstaub-Belastung in der Innenstadt in Grenzen hält, bleibt es dabei: Dinslaken bekommt einen Luftreinhalteplan. Das bestätigte die Stadt noch einmal.

Am Sonntag registrierte die Messstation an der Wilhelm-Lantermann-Straße wieder eine Überschreitung des Grenzwertes von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Das war in diesem Jahr das zehnte Mal; erlaubt sind maximal 35 Überschreitungstage jährlich. Am Montag lag der Feinstaubwert um 5 Uhr morgens bei 56 Mikrogramm/m³; danach brach die Messung ab. Gestern wurden trotz regnerischen Wetters bis zu 37 Mikrogramm/m³ erreicht. Der Feinstaub ist aber nicht mehr das Problem“, erklärt Stadtpressesprecher Horst Dickhäuser, „was uns große Sorgen macht, ist das Stickstoffdioxid (NO2).“  Es greift Atemwege und Lunge an.

Während Feinstaub nur an der Wilhelm-Lantermann-Straße gemessen wird, gibt es für NO2 zwei weitere Messpunkte. Bereits im vorigen Jahr, als ein höherer Grenzwert galt, lag man vor allem an der Hünxer Straße deutlich darüber. In diesem Jahr wurde die NO2-Schwelle gesenkt. „Das zwingt die Bezirksregierung und uns zu einer Planung“, so Dickhäuser.

Die Stadt habe der Umweltbehörde bereits Vorschläge gemacht, die lang- oder kurzfristig zu realisieren seien. Als zentrales Problem wird der Querungsverkehr über die L1 (Hans-Böckler-Straße) zur B8 angesehen. Theoretisch denkbar wäre eine Sperrung der L1 für den Schwerlastverkehr.

Konkret ist laut Dickhäuser noch nichts. Demnächst soll erneut ein „Runder Tisch“ einberufen werden, an dem  Vertretern der Stadt, Bezirksregierung, IHK, des ÖPNV, der Umweltverbände und andere beraten werden. „Mit weiteren Schritten ist aber erst nach der Sommerpause zu rechnen“, so der Stadtsprecher.