Viele offene Fragen zur Halde

NRZ Lokalausgabe, 19. April 2007

BRIEFE AN DIE REDAKTION

Kai Süsselbeck, Bucheckernweg 4, Dinslaken, schreibt zum Artikel “Halde kommt 2011” (NRZ vom 17.April):

Da es leider nicht möglich war, bei der öffentlichen Sitzung im Umweltausschuss Fragen zu stellen, möchte ich einige Anmerkungen machen:

Asbest: Hierbei handelt es sich nicht um “relativ harmlose” Abfälle.

Asbest ist als krebs erzeugend der Kategorie 1 eingestuft. Richtig ist jedoch, dass das Gefährdungspotential durch die Behandlung mit Bindemitteln und anschließender Kapselung in Big Bags und Container reduziert wird. Dies wird jedoch nicht freiwillig von der TKS gemacht, sondern ist Voraussetzung, um überhaupt diese Abfälle deponieren zu können. Die Lkw-Transporte werden als Gefahrgut zu deklarieren sein.

Laufzeit: Die Gesamtkapazität der Halde beträgt 6 Mio. m3 Daraus resultiert eine Abfallmasse von ca. 9 Millionen Tonnen. Somit sprechen wir, bei einer jährlichen Leistung von 500 000 Tonnen, von einer Laufzeit von fast zwei Jahrzehnten.

Verkehr: Die Anbindung an die A59 wird in dieser Zeit mit mehreren tausend Lkw-Transporten belastet.

Wasser: In einer Mitteilung für die Bezirksvertretung Walsum ist unter anderem von Grundwasserauffälligkeiten bei den Bauabschnitten 1 und 2 die Rede. Werden unsere Kinder auch beim 3. Bauabschnitt darüber sprechen müssen?

Schutzabstand: Die Gesetzgebung fordert einen Mindestabstand des Deponiekörpers zum nächsten Wohngebiet von 300 Metern. Ein Blick auf den Stadtplan genügt, um zu sehen dass dies hier wohl schwierig einzuhalten ist.

Fehlende Standortalternative: Eine etwas provakante Anmerkung sei hier noch erlaubt. Warum errichtet die TKS nicht auf ihrem Gelände die Deponie, immerhin ist dies doch “80 Kilometer” groß. Was sind da schon 22 Hektar?