Rat entscheidet über Stellungnahme zur Wehofen-Erweiterung

NRZ Lokalausgabe, 20. März 2013

Wenn der Stadtrat am heutigen Dienstag (17 Uhr, Ratssaal) über die Stellungnahme der Stadt zu den Plänen der Deponieerweiterung in Wehofen diskutiert, wissen die Politiker genau, dass viele Augen und Ohren auf ihnen ruhen: 1153 Einwände gegen das Vorhaben hat alleine die Bürgerinitiative gegen Giftmüll (BIGG) an die Bezirksregierung weitergeleitet. Hinzu kommen noch Selbstversender und die Widersprüche aus Duisburg. Bei der Stadt Dinslaken wurden lediglich fünf Einwendungen abgegeben, so die Pressestelle.

„Viele waren enttäuscht“

Das wundere ihn wenig, kommentierte die Zahl Jürgen Gleußner von der BIGG. Schließlich habe die Stadtverwaltung deutlich gemacht, dass sie nicht unbedingt auf der Seite der besorgten Bürger stehe, sondern wenig Anlass zur Kritik an den Plänen sehe. „Die Haltung der Stadtverwaltung hat viele enttäuscht“, sagt Gleußner. Dementsprechend begrüßt die BIGG, dass sich die Politik in den vorberatenen Ausschüssen dazu durchgerungen hat, die städtische Stellungnahme durch das weitaus kritischere Papier des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu ergänzen. Auf jeden Fall hat die BIGG in den vergangenen Wochen einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnet, liegt im gut dreistelligen Bereich. Besonders junge Familien aus dem Neubaugebiet an der Südstraße seien darunter. Für sie sei die Bedrohung wohl besonders deutlich, weil sie zum einen direkt auf die Deponie schauen, zum anderen um Zukunft und Sicherheit ihrer Kinder bangen.

Wie es für die BIGG nach der heutigen Abgabe der Stadt-Stellungnahme weiter geht, ist noch offen. Angesichts der vielen Einwendungen gegen das Vorhaben ist es eher unsicher, dass der Erörterungstermin wie geplant vor den Sommerferien stattfindet. Dabei wird das Vorhaben und die Kritik daran noch einmal öffentlich diskutiert. Für die BIGG soll die Erörterung einen Fingerzeig geben, ob es sich lohnt, gegen das Vorhaben den Rechtsweg zu beschreiten, weil sich dann die Argumente gegenüber stehen.

Ralf Kubbernuß