Thyssen verspricht Wasserschutz

RP Lokalausgabe, 21. März 2012

VON FLORIAN LANGHOFF – zuletzt aktualisiert: 21.03.2012

Dinslaken (RP). Mit einer Abdichtung der Haldenkörper in Wehofen will ThyssenKrupp Steel sicherstellen, dass keine Feuchtigkeit aus der Halde ins Grundwasser fließt. Ein Drainagesystem soll bis zur Abdichtung das Sickerwasser umleiten.

Prof. Dr. Gunnar Still, Leiter des Umweltschutzes der ThyssenKrupp Steel Europe AG, gab sich beim zweiten Runden Tisch zur Halde in Wehofen alle Mühe zu erklären, dass durch die Halde in Wehofen in Zukunft das Grundwasser nicht belastet wird. 70 Prozent des Regenwassers, dass auf die Halde fällt, würde natürlich verdunsten. Die übrigen 30 Prozent sickerten durch das Material, dass ThyssenKrupp Steel auf dem Gelände lagert. Dadurch würden einige Stoffe ausgespült. “Das Grundwasser wird an beiden Seiten der Deponie kontrolliert, so dass wir dessen Qualität prüfen können”, erklärte Prof. Still. Gerade im ersten Bauabschnitt der Halde, der nach unten hin nicht versiegelt ist, könnten so Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Auch dagegen will die Firma im Zuge des geplanten dritten Bauabschnitts etwas unternehmen. “Man könnte sagen, dass die Deponie später komplett abgedichtet wird”, sagte Still.

Alles wird abgedichtet

Der dritte Bauabschnitt soll mit einem System aus Drainagerohren versehen werden, so dass keine Feuchtigkeit aus der Halde in darunter liegende Grundwasserschichten eindringen kann. Ist die Deponie aufgefüllt, wird sie auch von oben versiegelt. Über verschiedene Materialien zur Abdichtung wird Erde angeschüttet, in die dann Pflanzen eingesetzt werden können.

“Wir wollen sichergehen, dass die Wurzeln nicht in den Haldenkörper eindringen können”, sagte Prof. Gunnar Still. Dieses Vorgehen soll auch bei den ersten beiden Bauabschnitten der Halde erfolgen, so dass auch hier kein Wasser mehr von oben eindringen kann. Der Leiter des Umweltschutzes von ThyssenKrupp Steel machte aufgrund einiger Nachfragen deutlich, dass das Grundwasser nicht dem Trinkwasser entspreche. “Bevor Wasser in die Leitung kommt, muss es überprüft und gegebenenfalls behandelt werden”, sagte Still. Das ausgeschwemmte Stoffe aus der Halde irgendwann aus dem heimischen Wasserhahn kommen, sei also nicht zu befürchten.

Die Besucher im Dinslakener Dachstudio hatten wieder Gelegenheit Fragen zu stellen, die Prof. Dr. Gunnar Still beantwortete. Die von Moderator Ronny Schneider kontaktierten Umweltverbände sowie die Dinslakener Bürgerinitiative gegen Giftmüll (BIGG) waren allerdings nicht offiziell vertreten. Ein Umstand, den sowohl Ronny Schneider als auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger bedauerten “Man hat mir geantwortet, dass man sich erst im Planfeststellungsverfahren einbringen will”, sagte Schneider. “Wir hoffen allerdings, dass sich der Runde Tisch trotzdem weiter füllt und die Anwohner zu uns finden.”