Thyssen will kein Gift deponieren

RP Lokalausgabe, 29. Februar 2012

VON FLORIAN LANGHOFF – zuletzt aktualisiert: 29.02.2012

Dinslaken (RP). Beim Runden Tisch im evangelischen Gemeindehaus bekamen die Teilnehmer aus erster Hand Informationen zur Deponie in Wehofen. Professor Dr. Gunnar Still vom Deponie-Betreiber ThyssenKrupp Steel beantwortete Fragen.

Rund 100 Interessierte waren zum Runden Tisch ins evangelische Gemeindehaus gekommen. Die Veranstaltungsreihe soll dazu dienen, den Bürgern eine möglichst große Chance geben, ihre Sorgen und Nöte wegen der geplanten Deponieerweiterung in Wehofen loszuwerden.

“Ich bin sehr froh, dass wir diesen schwierigen Prozess begleiten können”, sagte Bürgermeister Dr. Michael Heidinger. “Es ist unser Ziel, den Bürgern eine möglichst breite Beteiligungsmöglichkeit zu geben.” Die bekamen die Besucher , indem sie Professor Dr. Gunnar Still, dem Umweltschutz-Beauftragten von ThyssenKrupp Steel (TKS), Fragen zur geplanten Deponie stellen konnten. Doch zuerst brachte der Professor den Zuhörern mit einem Werbefilm die Arbeit seines Unternehmens nahe.

Eine große Menge Schlacke

11 Millionen Tonnen Stahl produziert das Unternehmen pro Jahr in Duisburg. Bei diesem Prozess bleiben 1,2 Millionen Tonnen Restmaterial übrig. Bis zu 800 000 Tonnen pro Jahr, möchte man in Zukunft auf der Halde an der Dinslakener Stadtgrenze abladen. Etwa zwei Drittel der anfallenden Schlacke kann Thyssen-Krupp Steel verkaufen.

“Alles, was wir nicht loswerden, müssen wird leider auf die Deponie bringen, und dafür brauchen wir Platz”, erklärte Still. Fragen an den Leiter der TKS-Umweltschutz-Abteilung kamen vorrangig aus der Dinslakener Politik. Die Ratsmitglieder Johannes Niggemeier (SPD), Gerd Baßfeld (Linkspartei) und Birgit Emmerich (Grüne) wollten wissen, was genau gelagert werden soll und brachten die Halde in Herne ins Spiel, auf der illegal abgeladene Abfälle gefunden wurden.

Die ließe sich nicht mit der geplanten Deponie in Wehofen vergleichen, betonte Still immer wieder. “Früher wurden Schlämme in die Deponien eingebracht, aber das soll hier nicht passieren. Wir wollen keine giftigen oder gefährlichen Stoffe dort lagern”, sagte er. Bei maximal 800 000 Tonnen Material pro Jahr, die dort gelagert werden könnten, würde das Gebiet für 15 Jahre reichen.

“Wir rechnen allerdings damit, dass es eher 20 bis 25 Jahre werden könnten”, erklärte er. Moderator Ronny Schneider wünschte sich , dass sich auch die Bürgerinitiative gegen die Deponieerweiterung in den Prozess einbringet. “Es wäre zu wünschen, wenn das hier möglichst kontrovers ist”, betonte Ronny Schneider. Drei weitere Veranstaltungen zum Thema Deponie soll es bis Mai geben.