Antwort der BI Barmingholten: RVR-Direktorin ärgert sich maßlos über Bürgerinitiativen und Bedenken von Politikern

Da kann Karola Geiß-Netthöfel nur mit dem Kopf schütteln. Der Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) missfällt, dass Bürger*innen und Politiker*innen aufbegehren und den Sachlichen Teilplan „Regionale Kooperationsstandorte“ in Frage stellen. Unerhört! Können die Bürgerinitiativen und Kommunalpolitiker*innen, die sich um das Wohl ihrer Stadt sorgen, nicht einfach mal still sein? Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein, können und werden wir nicht!

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass es aus einigen Kommunen plötzlich Widerstand gibt. Die Störfeuer machen mir große Sorgen“ – so wird Frau Geiß-Netthöfel unlängst in einem Zeitungsartikel zitiert. Die 61-Jährige plaudert – wie sollte es anders sein – über vermeintliche Gewerbeflächennot, Jobchancen und Entwicklungsmöglichkeiten des Ruhrgebiets. Was man wissen muss: Frau Geiß-Netthöfel ist Verwaltungsbeamtin und untergräbt mit ihren Äußerungen über den Stand des Beteiligungsverfahrens die Autorität des Ruhrparlaments. Dass sie begründete Einwände und Stellungnahmen aus Politik und Bevölkerung als „Störfeuer“ abtut, zeugt von mangelndem Demokratieverständnis.

Was man außerdem wissen muss: Die Verabschiedung des Regionalplans Ruhr ist im vergangenen Jahr gescheitert, die Ausweisung künftiger Wohn- und Gewerbeflächen lässt auf sich warten. Daraufhin hat der RVR beschlossen – so steht es auf der Homepage – „den vorgezogenen Sachlichen Teilplan ,Regionale Kooperationsstandorte‘ zu erarbeiten und die Öffentlichkeit sowie die in ihren Belangen berührten öffentlichen Stellen zu beteiligen“. Kurze Zwischenfrage: Sollen sich die Öffentlichkeit und öffentliche Stellen jetzt beteiligen oder doch lieber schweigen?

Die Liste umfasst 24 mögliche regionale Kooperationsstandorte. Aber was musste Frau Geiß-Netthöfel da hören und lesen? Es gibt Widerstand, und zwar enormen. Sonsbeck und Wetter haben sich bereits klar gegen regionale Kooperationsstandorte auf ihrem Gemeinde- bzw. Stadtgebiet ausgesprochen. Doch damit nicht genug. „Jetzt stellt sich (…) heraus, dass die Akzeptanz von Standorten auch in Schermbeck, Schwelm, Dinslaken und Sprockhövel schwindet“, steht in dem Artikel. Was nicht in dem Artikel steht: Auch in anderen Städten, die als Kooperationsstandort im Raum stehen, rumort es gewaltig. Bei Frau Geiß-Netthöfel verursachen die Ablehnungen Schweißperlen auf der Stirn. Die RVR-Direktorin muss einräumen, dass das aus der Hüfte geschossene Konzeptchen der Regionalen Kooperationsstandorte zu scheitern droht. Und womit? Mit Recht!

Die Barmingholtener Bürgerinitiative hat die Äußerungen von Frau Geiß-Netthöfel zur Kenntnis genommen, weiß diese einzuordnen und fühlt sich in ihrer Arbeit bestärkt: „In dem Artikel kommen leider nur die RVR-Direktorin und der Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH, einer hundertprozentigen RVR-Tochter, zu Wort. Das ist schade. Aber die Art und Weise, wie hier ein völlig misslungener Versuch unternommen wird, ein gescheitertes Konzept zu verteidigen, spricht für sich.“ Beispielsweise sagt Rasmus Beck (Business Metropole Ruhr), dass es „primär um die Revitalisierung von brachliegenden Industriearealen“ gehe. Barmingholten kann er damit nicht meinen. Hier liegt nichts brach. Hier wohnen Menschen und Tiere. Hier würden 31 Hektar Grünland und landwirtschaftlich genutzte Fläche ohne Not versiegelt und damit unwiederbringlich zerstört.

Weitere Infos findet ihr im Kommentar vom 17. Dezember sowie dem entsprechenden Artikel in der WAZ/NRZ:


Kommentar zu Aussagen von RVR-Chefin Geiß-Netthöfel vom 17. Dezember 2020

Gewerbeflächennot: RVR-Chefin geißelt „Störfeuer“ der Städte

WAZ/NRZ Lokalausgabe, 17. Dezember 2020, Frank Meßing

ESSEN.
Trotz Gewerbeflächennot flammt wieder ein Streit unter den Revierstädten auf. RVR-Direktorin Geiß-Netthöfel machen die „Störfeuer“ große Sorgen.

Vollständiger Artikel
https://www.nrz.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/gewerbeflaechennot-rvr-chefin-geisselt-stoerfeuer-der-staedte-id231159720.html

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Eine Antwort

  1. 22. März 2021

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